Die Cöliakie ist bekanntlich eine immunologisch bedingte systemische Erkrankung, die bei genetisch prädisponierten (assoziiert mit HLA-DQ2 und –DQ8) Menschen durch eine Immunreaktion gegen Gluten und verwandte Prolamine* ausgelöst wird.
Die diesem Phänomen zugrunde liegende pathophysiologische Störung ist durch Autoantikörper der Klasse IgA gegen ein Enzym, die Gewebstransglutaminase (tissue transglutaminase – tTG), bedingt. Dieses Enzym zeigt zufälligerweise eine biochemische Ähnlichkeit mit Antigenen des Endomysiums. Für eine exakte immunologische Diagnose ist daher der indirekte Immunfluoreszenztest (IIF) zum Nachweis von anti-Endomysium Autoantikörpern der Goldstandard.
Als Ergänzung bietet sich auch ein ELISA zum Nachweis von spezifischen Autoantikörpern gegen tTG an. In diesem Fall können allerdings Autoantikörper anderer Spezifitäten, z.B. SMA oder ANA, nicht erkannt werden.
*Prolamine
Fraktion | Weizen | Roggen | Hafer | Gerste | Mais | Reis | Hirse |
Prolamine | Gliadin | Secalin | Avenalin | Hordein | Zein | Oryzin | Kafirin |